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Non-Hodgkin-Lymphom: Stadien der Erkrankung

von Redaktion
Non-Hodgkin-Lymphom: Stadien der Erkrankung
Non-Hodgkin-Lymphom-4-3
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Wie weit ist der Krebs fortgeschritten? – Die Stadien der Non-Hodgkin-Lymphome und gebräuchliche Klassifizierungs-Systeme

Eine dem Krankheitsstand angemessene Therapie eines Non-Hodgkin-Lymphoms macht eine Stadien-Einteilung durch diverse Tests notwendig. Die zunächst wichtigste Aufgabe des Arztes ist es, herauszufinden, ob sich der Krebs von seiner Ursprungs-Lokalität her bereits im Körper ausbreitete.

Non-Hodgkin-Lymphom

Diese Einteilung des Krankheits-Verlaufs in Stadien bezeichnen Mediziner als “Staging”. Zum Feststellen der Stadien der Non-Hodgkin-Lymphome hat der Arzt diverse Möglichkeiten. Zum klinischen Staging gehören:

Beispiele für eine operative Exploration zur Feststellung, in welchem der Stadien sich der vom Non-Hodgkin-Lymphom Betroffene befindet:

Ein pathologisches Staging erfolgt lediglich, wenn die Planung der Therapie dieses zwingend erfordert. Zur erfolgreichen Feststellung, in welchem der Stadien des Non-Hodgkin-Lymphoms sich der Patient befindet, kennt der behandelnde Arzt die einzelnen Staging-Systeme.

Wie weit ist die Krankheit fortgeschritten? – Diverse Klassifizierungs-Systeme geben Antwort

Zur Einteilung der Non-Hodgkin-Lymphome in Stadien wählt der Mediziner aus diversen Klassifizierungs-Systemen. Diese unterscheiden sich je nachdem, ob es sich beim Erkrankten um ein Kind oder um einen Erwachsenen handelt. Bei Kindern erfolgt das Staging überwiegend nach der St.-Jude-Einteilung (Murphy).

Die infrage kommenden Klassifizierungs-Systeme bei Erkrankung eines Erwachsenen an NHL:

Die Einteilung der Non-Hodgkin-Lymphome in Stadien bei Kindern nach St. Jude (Murphy)

Das Staging der Non-Hodgkin-Lymphome nach St. Jude ist das meist verwendete Klassifizierungs-System bei erkrankten Kindern. Es teilt die Non-Hodgkin-Lymphome in folgende Stadien ein:

Einteilung der Non-Hodgkin-Lymphome in Stadien nach Ann Arbor bei Erkrankung einer erwachsenen Person

Das nach einer kleinen Stadt in Detroit (Michigan) benannte Klassifizierungs-System ergänzt zur Beurteilung des Fortschritts der Non-Hodgkin-Lymphome die Stadien mit Buchstaben. Das “B” bezeichnet die begleitenden Symptome der Erkrankung. Klagen die Betroffenen über eine der folgenden Beschwerden, ergänzt der Arzt das jeweilige Stadium um ein “B”:

Bleiben die Symptome aus, ergänzt der Arzt die bei der Einteilung des Non-Hodgkin-Lymphoms in Stadien das Diagnostizierte um ein “A”. Ein “E” steht für extranodal, was bedeutet, dass die Krankheitsherde auch außerhalb der Lymphknoten auftreten. Teilt der Arzt das Non-Hodgkin-Lymphom ohne medizin-technische Hilfsmittel ein, das heißt, nur nach dem klinischen Eindruck, erhält das Stadium die Buchstabenfolge “CS” für “klinisches Stadium”. Erfolgte das Staging mit allen zur Verfügung stehenden diagnostischen Hilfsmitteln, vermerkt der behandelnde Arzt in seinem Bericht die Buchstaben “PS”, die für “pathologisches Stadium” stehen.

Von der KIEL- zur WHO-Klassifikation – einheitliche Sprachregelung mit internationaler Akzeptanz

Zur Einteilung der Non-Hodgkin-Lymphome existierten in der Vergangenheit verschiedene Systeme der Klassifikation. Diese unterschieden sich in großen Teilen. Die KIEL-Klassifikation stufte die NHL unter Berücksichtigung der enzymzytochemischen, der immunologischen und mikroanatomischen Eigenschaften ein. Sie berücksichtigte zudem die klinischen Erfahrungen, das heißt, ob die Erkrankung eher bösartig und schnell oder langsam und damit eher gutartig verlief.

Der Entwickler dieser Klassifikation, Karl Lennert, und seine Mitarbeiter von der Christian-Albrechts-Universität zu KIEL unterschieden in hoch maligne und niedrig maligne Lymphome. Als Grundlage dieser Einteilung diente die Größe der Zellen. Hoch maligne Lymphome wiesen größtenteils blastische, das heißt noch sehr unreife Zellen auf. Als niedrig maligne stuften sie Lymphome mit einem kleinen Teil blastischer und überwiegend reifen (zytischen) Zellen ein.

Die Anfang der 1970er-Jahre erarbeitete Klassifikation entwickelte sich zur verbindlichen Einteilung der NHL-Lymphome in Deutschland. Sie verbreitete sich in ganz Europa, obwohl sie im Laufe der Jahre Nachteile aufzeigte. Die originale Klassifikation berücksichtigte nicht die primär außerhalb der Lymphknoten entstehenden (primär extranodalen) Lymphome. Dazu zählen beispielsweise die MALT-Lymphome. MALT steht für “mukosa associated lymphoid tissue”. Damit gemeint sind die Schleimhautbereiche, in denen die Sensibilisierung der Lymphozyten gegen Antigene stattfindet. Des Weiteren stimmte die Einstufung in zytische niedrig maligne und die in blastische hochmaligne Lymphome oft nicht mit dem klinischen Verlauf der Erkrankung überein.

Ein als niedrig malignes klassifiziertes Mantelzell-Lymphom (früher: zentrozytisches Lymphom) zeigte beispielsweise einen ungünstigen klinischen Verlauf. Dies veranlasste die Wissenschaftler zu Überarbeitungen der bisherigen KIEL-Klassifikation in den Jahren 1988 und 1992. Einzug fand die Differenzierung zwischen B- und T-Zell-Lymphomen sowie die neuen und klinisch relevanten Subtypen.

So ergaben sich folgende Klassifikationen für:

Die KIEL-Klassifikation kam hauptsächlich im deutschsprachigen Europa zum Einsatz, wohingegen sich in den USA die “Working Formulation” durchsetzte. In den 90er-Jahren erarbeiteten die Pathologen beider Kontinente ein neues Staging der Lymphome. Diese nannten sie “Revised-European-American-Lymphoma-Klassifikation”. Im Zentrum stand die Definition distinkter Lymphom-Krankheiten. Diese ließen sich mit hoher Reproduzierbarkeit diagnostizieren.

Neben molekular-genetischen und immunophänotypischen zogen die Wissenschaftler morphologische sowie klinische Merkmale heran. Die REAL-Klassifikation befähigte die Mediziner, klinisch unterschiedliche Lymphomentitäten auf eine sichere Art und Weise zu identifizieren. Die Kombination der histologischen Diagnose mit den durch den International Prognostic Index /IPI) definierten prognostischen Faktoren zeigte sich als nützliches Instrument für eine klinisch relevante Entscheidung.

Die WHO setzt ein Expertengremium internationaler Pathologen ein, um eine einheitliche Sprachregelung internationaler Akzeptanz zu schaffen. Diese beinhaltete eine Aktualisierung der REAL-Klassifikation. Sie erhielt den Namen WHO-Klassifikation der malignen Lymphome und sieht wie folgt aus:

Zusammenfassung der Einteilung der Non-Hodgkin-Lymphome in Stadien

Mit verschiedenen Mitteln wie das klinische oder pathologische Staging sowie die operative Exploration stellt der Arzt die erreichten Stadien bei Non-Hodgkin-Lymphomen fest. Diese Erkenntnisse benötigt er, um optimale Therapien einzuleiten. Dazu erfordert es Wissen um die diversen Klassifizierungs-Systeme der Non-Hodgkin-Lymphome, von denen die Ann-Arbor-Klassifikation eine der bekanntesten ist.

Da die Mediziner in der Vergangenheit weltweit mit unterschiedlichen Systemen arbeiteten, verlangte es der medizinische Fortschritt, diese in eine einheitliche Sprache zu bringen. Dieser Aufgabe nahm sich die WHO an, die in Anlehnung an die REAL-Klassifikation die WHO-Klassifikation schuf. Sie empfiehlt, ältere Begriffe wie die der KIEL-Klassifikation, welche die Non-Hodgkin-Lymphome in niedrig- und hoch maligne klassifizierte, nicht mehr zu verwenden.

weiterführend:

https://www.onkodin.de/zms/content/e106/e12154/e12240/index_ger.html

© janeness – Fotolia.com

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